Shona-Art

Henry Munyaradzi


Henry Munyaradzi (*1931) stammt aus ärmlichen Verhältnissen und wuchs ohne Schulbildung auf. Er arbeitete als Hirte, Jäger und Tabaksortierer ehe er gegen 1967 eher zufällig zur Künstlerkolonie Tengenenge stieß, die gerade durch den Tabakfarmer Tom Blomefield gegründet worden war. Inspiriert von der unglaublich kreativen Atmosphäre dort, änderte er im Alter von 36 Jahren sein Leben fundamental!

 

Vollkommen autodidaktisch eignete er sich in Tengenenge die Bildhauerei an und wurde schon bald gemeinsam mit Bernard Matemera einer der bekanntesten afrikanischen Künstler seiner Zeit. Schon Anfang der 1970er Jahre wurden seine Werke im Musée Rodin in Paris und im Museum of Modern Art, New York, gezeigt.

 

Charakteristisch für seine Werke sind sich überschneidende flache Rechtecke, kreisrunde, konische, sphärische, zylindrische Formen, die in ihrem klaren Schnitt und ihrer Reinheit vollkommen miteinander harmonieren und dennoch von natürlicher Körperlichkeit sind. Henry Munyaradzi ließ sich meist von der natürlichen Form des Steins zu spontaner Arbeit ohne Vorzeichnung oder Vermessung inspirieren. Er war ein sehr gläubiger Mensch; Freundschaft, Familie und die Geschichten der Bibel waren eine Motivquelle für seine Werke.

 

Um unbeeinflusst seinen individuellen Stil weiterentwickeln zu können, verließ er 1975 Tengenenge und lebte bis zu seinem Tod 1998 zurückgezogen auf seiner Farm in Ruwa. Sein eigentümlicher und sehr einfacher Stil ist so prägnant, dass er mit keinem anderen Bildhauer der Shona Kunst verwechselt werden kann. Munyaradzi ist ohne Zweifel einer der bedeutendsten Bildhauer, die der afrikanische Kontinent je hervor gebracht hat.